Darf man noch Holz aus Brasilien verbauen? Teil 2
Erstellt am Freitag, 22. November 2019

Unter dem Eindruck der Waldbrände im Amazonas-Becken Brasiliens haben wir einen Artikel veröffentlicht, der unsere kritische Auseinandersetzung mit der Situation in Brasilien zum Ausdruck brachte. Seit August haben wir intensiv recherchiert und möchten Ihnen nun unsere Erkenntnisse mitteilen.

Auslöser für die Überprüfung unserer Einkaufsstrategie sind die umfangreichen Waldbrände im Amazonas-Becken. Diese Region hat allerdings schon länger nichts mehr mit unseren Holzbezügen zu tun, weil wir aus dieser Region seit zwei Jahren kein Holz mehr beziehen. Was klar ist: Die Waldbrände haben nichts mit der Holznutzung zu tun. Im Jahr 2019 hat es an ganz vielen Orten auf dieser Welt grosse Waldbrände gegeben. Niemand, der Holz verkaufen will, hat ein Interesse daran, dass Wald abbrennt. Ein Interesse an Waldbrand und Rodungen hat nur jemand, der im Wald eine Störung seiner Pläne sieht. Genau hier liegt das Problem:

Es gibt scheinbar attraktivere Alternativen zum Wald mit kurzfristig besserem Verdienst:
Palmölplantagen, landwirtschaftliche Nutzflächen für Soja, Raps und Mais sowie Viehwirtschaft. Dass mittelfristig die Böden ausgelaugt sein werden, interessiert heute leider niemanden.

Die Holznutzung führt dazu, dass man dem Wald einen ökonomischen Wert verleiht. Es ist aus unserer Sicht eine der wenigen Möglichkeiten, den Wald und die darin lebenden Tiere schützen zu können. Alles, was Wert hat, wird gepflegt. Es ist uns gelungen, verlässliche FSC®-zertifizierte Quellen zu finden und sie persönlich auf ihre Seriosität überprüfen zu lassen. Das Resultat: Ab 2020 kaufen wir in Brasilien nur noch zu 100 Prozent FSC®-zertifiziertes Holz.

Warum braucht es überhaupt Holz aus Brasilien? Die Antwort ist einfach: Ipé ist eines der am besten geeigneten unbehandelten Hölzer für voll bewitterte Holzdecks: geringes Schwund- und Quellmass, höchste Dauerhaftigkeit und eine kompakte Oberfläche. Dies führt dazu, dass sich minimal gepflegte und technisch korrekt ausgeführte  Holzdecks während Jahrzehnten bestens bewähren. Technisch modifizierte Hölzer sind im Gegensatz dazu häufig noch von weiter her, es gibt keine zuverlässige Langzeiterfahrung  und zudem ist deren Entsorgung aufgrund der zugefügten chemischen Stoffe noch ungeklärt. Es gibt kein besseres Naturholz mit einem günstigeren Preis-/Leistungsverhältnis als Ipé. Und ab 2020 bei uns sukzessive 100 Prozent FSC®-zertifiziert.

 

Andreas Seiz

 

Quellen: NZZ/Franz Weber Foundation/Arte/Online zugängliche Informationen

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